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Oktober 2019

 

R-Blick Okt. 2011

Der Oktoberkurs 2011, der gemeinsam mit der Landesmusikakademie Hessen und dem Hessischen Landesmusikrat veranstaltet wird, hat 27 teilnehmenden Musikerinnen und Musikern große Freude bereitet und deren Musizierpraxis und das Wissen um das eine oder andere „Geheimnis“ der Kammermusik für Streicher bereichert.

Die Ensembles haben u. a. folgende Stücke geprobt und dabei von den Dozenten viele wertvolle Anregungen erhalten.

  • L. v. Beethoven, Streichquartett Op. 59 Nr. 2, e-Moll
  • M. Ravel, Streichquartett F-Dur
  • J. Haydn, Streichquartett Op. 55 Nr. 2, f-Moll/F-Dur
  • Johan N. Hummel, Streichtrio Nr.1, G-Dur für 2 Violen und Violoncello
  • W. A. Mozart, Heft 1 der Adagios und Fugen für Streichtrio KV 404
  • R. Schumann, Streichquartett Op. 41 Nr. 2, F-Dur
  • Joaquin Turina, „La Oration del Torer“
  • D. Schostakowitsch, Streichquartett Nr. 7, Op. 108, fis-Moll (letzter Satz)
  • J. Haydn, „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ Op. 51 in der Fassung für Streichquartett
  • Bedrich Smetana, Streichquartett e-Moll „Aus meinem Leben“
  • Alexander P. Borodin, Streichquartett Nr. 2, D-Dur
  • J. Haydn, Streichquartett Op. 33 Nr. 3, C-Dur
  • A. Dvorak, Streichquartett Op. 51, Es-Dur
  • A. Dvorak, Streichquartett Op. 96, F-Dur

Die Tage waren nach den Unterrichtsstunden und dem Abendessen noch nicht zu Ende. Es wurden die Möglichkeiten genutzt, sich im gemütlichen Kellergewölbe über Musik und über die geprobten Stücke zu unterhalten und bis tief in die Nacht über „Gott und die Welt“ zu diskutieren. Es wurde aber auch in neuen Gruppierungen weiter musiziert (z. B. das 3. und 6. Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach, die Streichoktette von Reinhold Glière und F. Mendelssohn Bartholdy, das 1. Streichsextett von Johannes Brahms). Besondere Freude hat den Teilnehmern dabei die Mitwirkung der Dozenten gemacht.

Am Freitagabend besuchten einige Teilnehmer im gleichen Haus ein Konzert des Landesjugend-Jazzorchesters Hessen, das frisch von einer Brasilientournee zurückgekehrt war. Das war ein schöner Kontrapunkt zur eigenen Probenarbeit.

Aufgelockert und bereichert wurde die Zeit der Probenarbeit auch mit drei Workshops, die von unseren Dozenten gestaltet wurden:

Saitenspiele

In einem humorvollen Vortrag hat Rainer Kimstedt mit praktischen Demonstrationen die Teilnehmer durch die Welt der Saiten geführt.

– Wie gelingt es, die Saiten so einzuspannen, dass die Wirbelstellung ein bequemes
Stimmen erlaubt? (mit dem Einsatz einer Pinzette gelingt es …)
– Wie kann ein knackender Wirbel gängig gemacht werden? (Wirbelseife).
– Wie kann ein Wirbel stabil auf Position gehalten werden? (konisches Profil des
Wirbels und Saitenführung am Wirbelkasten ergänzen sich).
– Wie stimmt der Streicher möglichst reine Quinten? (Man nehme lange
Bögen, lasse bei den Cellisten Flageoletts weg und nähere sich dem reinen
Ton von oben).
– Aufgepasst: die Stegseite Richtung Saitenhalter sollte immer senkrecht zur Decke
stehen!

Erste Erfolge stellten sich schon in den anschließenden Kamermusiksessions ein. Rainer, wir danken Dir!

Wurzeln des Cellospiels

Alle Cellisten des Kurses erspürten unter Anleitung von Stephan Breith die Wurzeln des Cellospiels:

– Statt auf einen Stachel gestützt, hielten die Teilnehmer das Cello wie im Barock
mit den Unterschenkeln und waren begeistert, wie harmonisch das Instrument
mit dem Körper eine Einheit bildete. Dies ist eine ideale Voraussetzung, um das
entspannte und natürliche Cellospiel zu erfahren.
– Eine gemeinsam gestaltete Kantilene mit cleverer Bogenökonomie machte Appetit
auf mehr Celloensemblespiel.

Zitat eines begeisterten Cellisten: Eine bereichernde und interessante Exkursion, die bei den nächsten Kursen unbedingt fortgeführt werden sollte.

Geigenklang

Daniel Draganov behandelte die Frage, welche Einflussfaktoren der Geigentechnik sich auf den Klang auswirken. Dabei zeigte sich, dass insbesondere dem Bogenarm eine große Bedeutung zukommt.

– Richtige Armhöhe, um das Gewicht des Bogens richtig einzusetzen.
– Geschmeidiger Übergang von Armbeuge und Armstreckung.
– Bogen in der Kammermusik nicht „ohne Not“ kanten, d. h. mit allen Bogenhaaren
spielen.
– und vieles mehr ……

Darüber hinaus ist natürlich auch eine ordentliche Instrumentenhaltung für den Klang nicht zu unterschätzen.

Der knapp halbstündige Vortrag mit vielen praktischen Beispielen war für alle Teilnehmer eine Bereicherung, was auch die anwesenden Bratscherinnen und Bratscher bestätigten.

Die Foto-Galerie zu diesem Kurs  zeigt Impressionen vom Empfang und der Begrüßung der Teilnehmer, der Gruppenarbeit und dem Vorspielabend, bei dem die Gruppen auf freiwilliger Basis vorspielen konnten, was sie erarbeitet haben.

Zufrieden mit der engagierten Arbeit der Dozenten, der Bereicherung der kammermusikalischen Kenntnisse, der Organisation des Kurses, und nicht zuletzt mit den unterhaltsamen Abenden verabschiedeten sich die Teilnehmer, nicht wenige mit dem Wunsch beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.